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Ratgeber / Regner auswählen

Regner und Düsen richtig auswählen

Sprühkopf, MP Rotator oder Getrieberegner. Die Entscheidung hängt an drei Dingen: Wie groß ist die Fläche, wie ist sie geschnitten, und wie schnell nimmt Ihr Boden Wasser auf.

Die drei Bauarten

Sprühköpfe mit festen Düsen

Ein Sprühkopf verteilt einen feststehenden Wasserschleier und kommt auf kurze Wurfweiten von etwa einem bis fünf Metern. Sein Vorteil ist die Genauigkeit: Eine Viertelkreisdüse in der Ecke wirft kein Wasser auf Weg oder Fassade. Er bringt seine Menge aber schnell aus, was auf schweren Böden zu Pfützen führt.

MP Rotator

Der MP Rotator ersetzt die Düse im selben Sprühkörper und arbeitet mit rotierenden Einzelstrahlen. Er bringt nur etwa ein Drittel der Menge pro Stunde aus. Genau das ist der Punkt: Lehmige Böden nehmen das Wasser auf, statt es abzuleiten, und an Hängen bleibt es liegen. Dafür braucht er längere Laufzeiten.

Getrieberegner

Ein Getrieberegner dreht einen gebündelten Strahl und wirft dadurch erheblich weiter, im Hausgarten fünf bis vierzehn Meter. Weniger Regner, weniger Grabungsmeter, weniger Fittinge. Er braucht aber mehr Durchfluss pro Regner und lohnt sich erst ab offenen Flächen.

Welche Bauart zu welcher Fläche

Fläche Empfehlung Grund
Vorgarten, schmale Streifen bis 100 m² Pro Spray mit Fixed-Pro-Düsen Feste Sektoren treffen Kanten genau.
Rasen 100 bis 300 m², verwinkelt MP Rotator auf Pro Spray Niedrige Ausbringungsrate, Boden nimmt auf.
Rasen 300 bis 800 m², offen PGP Ultra oder PGJ Große Wurfweiten sparen Regner und Rohr.
Über 800 m², Sport- und Reitplatz I-Serie oder G-Serie Ein Rotor deckt mehrere hundert Quadratmeter.
Hecke, Beet, Staudenrabatte Tropfrohr und Tropfer Wasser an die Wurzel, Blätter bleiben trocken.
Töpfe, Balkon, Hochbeet Tropfer mit Verteiler, Wasser-Timer Jedes Gefäß bekommt seine eigene Menge.

Wenig Druck? Dann PGJ statt PGP

Ergibt die Messung am Außenhahn nur wenige Liter pro Minute, könnte ein PGP pro Zone nur zu zweit oder zu dritt laufen. Mit dem PGJ passen mehr Regner in dieselbe Zone, weil er weniger Wasser pro Stunde braucht. Das spart Zonen und damit Ventile, auf Kosten der Wurfweite.

Die Düse entscheidet mit

Bei Sprühköpfen nennt die Zahl im Düsennamen die Wurfweite in Fuß. Eine 15er Düse wirft also gut viereinhalb Meter, eine 8er knapp zweieinhalb. Fixed-Pro-Düsen haben einen festen Kreisausschnitt, verstellbare Düsen der A-Serie lassen ihn stufenlos einstellen. Feste Sektoren sind genauer und bleiben eingestellt, verstellbare passen sich krummen Zuschnitten an.

Die eiserne Regel: Alle Regner einer Zone müssen dieselbe Niederschlagsrate haben. Mischen Sie deshalb keine Fixed-Pro-Düsen mit MP Rotatoren in einer Zone, auch wenn beide in denselben Sprühkörper passen. Sonst wird ein Teil der Fläche überversorgt, während der andere trocken bleibt.

Was bei schwankendem Druck hilft

In langen Zonen und an Hängen bekommt der erste Regner mehr Druck als der letzte. Der erste sprüht dann zu fein und verliert Wasser an den Wind, am Ende fehlt die Wurfweite. Zwei Wege dagegen: druckregulierte Düsen regeln jede Düse einzeln, ein Druckregler hinter dem Ventil regelt die ganze Zone und ist meist die wirtschaftlichere Lösung.

Steht die Auswahl, geht es ans Verlegen der Rohre.

Die Hunter-Serien im Überblick

Innerhalb der Getrieberegner unterscheiden sich die Serien vor allem in Wurfweite und Wasserbedarf. Beides hängt zusammen: Wer weiter wirft, braucht mehr Liter pro Minute, und damit passen weniger Geräte in dieselbe Zone.

Serie Typischer Einsatz Hinweis
PGP Ultra Standard im Hausgarten, 4,9 bis 14 m der meistverbaute Regner, Düsensätze und Ersatzteile langfristig verfügbar
PGJ Hausanschlüsse mit wenig Durchfluss die Wahl, wenn die Eimermessung enttäuscht
I-20, I-25, I-40 große Flächen ab etwa 500 m² mehr Wurfweite, deutlich mehr Wasserbedarf je Gerät
G-Serie Sportplätze, Parks, große Grünanlagen im Hausgarten überdimensioniert
SJ und SRM kleine bis mittlere Flächen füllt die Lücke zwischen Sprühkopf und PGP

Wurfweite und Überlappung

Der häufigste Denkfehler bei der Geräteplanung: Man verteilt Regner so, dass ihre Kreise die Fläche gerade eben abdecken. Das führt zu trockenen Zwickeln zwischen den Kreisen, weil ein Regner am Rand seines Radius deutlich weniger Wasser abgibt als in der Mitte.

Richtig ist die Überlappung: Jeder Regner muss den nächsten erreichen. Die Geräte stehen deshalb an den Ecken und Kanten der Fläche, nicht in ihrer Mitte, und ihre Kreise greifen ineinander. Das kostet ein bis zwei Geräte mehr, macht aber den Unterschied zwischen einer gleichmäßig grünen Fläche und einem Rasen mit hellen Flecken im Hochsommer.

Wenn die Wurfweite nicht passt: Lieber die nächstkleinere Düse wählen als die nächstgrößere. Ein Regner, der zu weit wirft, benetzt Wege, Terrasse und Hauswand mit. Ein Regner, der etwas zu kurz kommt, wird durch die Überlappung des Nachbarn aufgefangen.

Die Niederschlagsrate bestimmt die Laufzeit

Neben der Wurfweite hat jedes Gerät eine zweite Kennzahl, die in der Planung oft untergeht: die Niederschlagsrate, also die Wassermenge, die es pro Stunde auf die Fläche bringt. Sprühköpfe liegen hoch, Getrieberegner deutlich niedriger, der MP Rotator noch einmal darunter.

Daraus folgt die Regel, die sich durch die ganze Planung zieht: Geräte mit unterschiedlicher Niederschlagsrate gehören nicht in dieselbe Zone. Dieselbe Programmzeit würde den einen Bereich überwässern und den anderen austrocknen. Wer eine bestehende Sprühkopfzone auf MP Rotator umrüstet, muss anschließend die Laufzeit deutlich verlängern, sonst bekommt die Fläche weniger Wasser als vorher.

Sektor einstellen und nachjustieren

Bei den einstellbaren Modellen legen Sie Sektor und Reichweite direkt am Gerät fest, ohne es auszubauen. Dafür gibt es den passenden Schlüssel im Werkzeugbereich. Vollkreismodelle sind fest, hier fällt die Entscheidung beim Kauf.

Planen Sie ein, nach der ersten Saison noch einmal nachzujustieren. Wo die Fläche zu trocken bleibt und wo Wasser auf den Weg läuft, sieht man erst im Betrieb, nicht auf dem Plan. Diese halbe Stunde im zweiten Jahr bringt mehr als jede Feinplanung vorher.

Wie Sie von hier weiterkommen

Steht die Gerätewahl, geht es an Zonen und Material: Das steht Schritt für Schritt im Ratgeber Bewässerung planen. Für die Leitungen darunter ist Rohre verlegen der nächste Schritt. Konkrete Durchfluss- und Druckangaben je Serie stehen in den Katalogen und Planungshilfen, häufige Rückfragen beantworten die häufigen Fragen.