Ratgeber / Rohre verlegen
Rohre verlegen: die Reihenfolge, die trägt
Der Graben ist die Arbeit, nicht die Kunst. Wer die Reihenfolge einhält und vor dem Zuschütten prüft, braucht den Spaten nur einmal.
Wie tief muss die Leitung liegen?
In der Praxis genügen 25 bis 40 Zentimeter. Tiefer als die Frostgrenze muss eine Beregnungsanlage nicht liegen, weil sie im Herbst entleert wird. Wichtig ist ein leichtes Gefälle zum tiefsten Punkt, damit das Wasser von allein ablaufen kann. Wo später mit dem Auto gefahren wird, legen Sie die Leitung in ein Schutzrohr.
Den Rasen wieder hinbekommen
Sie müssen den Rasen nicht aufreißen. Stechen Sie die Grassoden mit dem Spaten in Streifen ab, klappen Sie sie zur Seite, ziehen den Graben und setzen die Soden zurück. Gut angedrückt und zwei Wochen gewässert sieht man die Linien nicht mehr.
Bei großen Flächen lohnt ein Verlegepflug aus dem Mietpark. Er zieht die Leitung in einem Zug ein und hinterlässt nur einen schmalen Schlitz. Für zwei Zonen im Hausgarten ist der Spaten schneller als die Anfahrt.
Die Reihenfolge
- Plan auf den Rasen übertragen. Markieren Sie die Regnerpositionen mit Stäben und die Leitungsführung mit Sprühkreide. Jetzt sehen Sie noch, ob ein Regner mitten im Weg steht.
- Ventilbox setzen. Sie kommt an den Anfang, möglichst nah am Hausanschluss und an einer Stelle, die zugänglich bleibt. Eine Nummer größer als nötig, damit später eine Zone dazupasst.
- Hauptleitung ziehen. Vom Hausanschluss zur Box in PE100, weil dort immer Druck steht.
- Zonen abzweigen. Hinter den Ventilen in PE80, an jedem Regner ein T-Stück, an Ecken ein Winkel.
- Regner anschließen, aber die Düsen noch nicht einsetzen.
- Spülen. Zone für Zone Wasser laufen lassen, bis nur noch klares Wasser kommt. Erde und Späne, die jetzt drin bleiben, verstopfen später die Düsen.
- Düsen einsetzen, Dichtheitsprobe. Jede Verbindung unter Druck ansehen, bevor Erde darüber kommt.
- Sektoren einstellen, dann zuschütten und Soden zurücklegen.
Der Schritt, den alle überspringen: das Spülen vor dem Einsetzen der Düsen. Eine verstopfte Düse merkt man erst, wenn die Fläche daneben braun wird, und dann liegt die Leitung schon unter der Erde.
Verbindungen: Klemmen oder stecken
PE-Rohr wird nicht geschweißt und nicht gelötet. Klemmverbinder ziehen sich mit einer Überwurfmutter über einen Druckring fest, Stecksysteme rasten ein. Beides hält den Betriebsdruck einer Hausgartenanlage sicher aus.
Zwei Dinge gehen dabei häufig schief. Erstens: Das Rohr muss gerade abgeschnitten sein, ein schräger Schnitt dichtet nicht. Zweitens: Der Druckring gehört in der richtigen Richtung ins Fitting, sonst rutscht das Rohr unter Druck heraus. Bei Übergängen auf Gewinde nennt der Artikelname immer beide Seiten, etwa ein Zoll Außengewinde auf 25 Millimeter Stutzen.
Wo das Steuergerät hinkommt
Ein X-Core oder Pro-C braucht eine Steckdose und sollte geschützt hängen, in der Garage oder im Hausanschlussraum. Von dort läuft ein Steuerkabel zu den Ventilen. Liegt kein Strom in der Nähe der Box, nehmen Sie ein Node, das batteriebetrieben direkt am Ventil sitzt.
Den Regensensor montieren Sie freistehend, nicht unter Dachvorsprung oder Baum, sonst misst er zu wenig Regen und die Anlage läuft trotzdem.
Läuft die Anlage, bleibt noch eine Aufgabe im Jahr: das Winterfestmachen.
Welche Rohrqualität wohin gehört
PE-Rohr ist nicht gleich PE-Rohr. Der Unterschied liegt in der Wandstärke und damit im Druck, den das Rohr dauerhaft aushält. Weil die Hauptleitung auch dann unter Druck steht, wenn keine Zone läuft, wird dort nicht gespart.
| Qualität | Einsatz | Warum |
|---|---|---|
| PE100 | Hauptleitung von der Wasserquelle zu den Ventilen | steht dauerhaft unter Druck, Schaden liegt unter dem Rasen |
| PE80 | Verteilerstränge hinter den Ventilen | nur unter Druck, wenn die Zone läuft |
| PE40 | kurze Abzweige und Anschlussleitungen | dünnwandig, flexibler zu verlegen |
Den Durchmesser richtig wählen
Der Durchmesser richtet sich nach dem Durchfluss, den die Leitung transportieren muss, nicht nach der Länge des Gartens. Eine zu dünn gewählte Hauptleitung bremst die gesamte Anlage, und dieser Fehler lässt sich später nur durch Neuverlegen beheben. Im Hausgarten liegen 25 bis 32 Millimeter für die Hauptleitung im üblichen Bereich.
Für den Wechsel des Querschnitts, typischerweise beim Übergang von der Haupt- auf die Verteilerleitung, gibt es Reduzierungen. Das ist ein geplanter Schritt und kein Notbehelf.
Für die meisten Hausgärten ist die Hauptleitung ein Druckrohr PE 25 mm im 50-Meter-Ring, dazu Klemmkupplungen 25 mm auf 3/4 Zoll aus Messing. Rechnen Sie die Rohrlänge großzügig. Ein Strang, der drei Meter zu kurz ist, kostet eine zweite Lieferung und einen zweiten Grabungstag. Übriges PE-Rohr altert trocken gelagert praktisch nicht und ist die beste Reparaturreserve, die Sie haben können.
Die Entleerung von Anfang an mitplanen
Der eigentliche Frostschutz einer Bewässerungsanlage ist nicht die Verlegetiefe, sondern das Entleeren im Herbst. Damit das später funktioniert, muss es beim Verlegen vorbereitet sein: Jeder Strang braucht ein leichtes Gefälle zu seinem tiefsten Punkt, und dort gehört ein Entleerungsventil oder ein zu öffnender Stopfen hin.
Wer das vergisst, steht im Oktober vor einer Anlage, die sich nicht vollständig leeren lässt, und muss jedes Jahr mit dem Kompressor arbeiten. Die Schritte dazu stehen im Ratgeber Anlage winterfest machen.
Druckprobe, bevor die Gräben zugehen
Der wichtigste Arbeitsschritt kostet eine halbe Stunde und wird am häufigsten übersprungen: Anlage füllen, unter Druck setzen und jede Verbindung ablaufen. Eine undichte Klemmverbindung finden Sie im offenen Graben in Minuten. Unter dem geschlossenen Rasen suchen Sie dieselbe Stelle stundenlang, und dann müssen Sie noch einmal graben.
Lassen Sie den Druck dabei eine Weile stehen, statt nur kurz aufzudrehen. Verbindungen, die unter dauerhaftem Druck nachgeben, zeigen sich nicht in den ersten dreißig Sekunden.
Fehler, die beim Verlegen entstehen
| Fehler | Was passiert |
|---|---|
| Rohr schräg abgeschnitten | Klemmverbindung dichtet nicht sauber, tropft nach Wochen |
| Rohr nicht bis zum Anschlag eingeschoben | Verbindung löst sich unter Druck |
| Dichtband in den Klemmfitting gewickelt | macht die Verbindung schlechter, nicht besser |
| Rohr über den Biegeradius gezwungen | knickt, reißt an der Stelle nach Jahren |
| Schlauch ohne Schelle auf die Tülle | rutscht unter Druck ab |
| Ventilbox zu knapp gewählt | Ventile passen hinein, warten lassen sie sich nicht |
Für saubere Schnitte gehört ein Rohrabschneider in die Kiste, er ist das Werkzeug, das sich am schnellsten bezahlt. Welche Fittinge Sie in welcher Menge brauchen, ergibt sich aus dem Plan: ein T-Stück je Regner am durchlaufenden Strang, Winkel für jede Ecke, dazu Kleinteile mit Reserve. Weitere Antworten stehen in den häufigen Fragen.