Ratgeber / Bewässerung planen
Bewässerung planen: Schritt für Schritt
Vor jeder Produktauswahl stehen zwei Messungen und eine Rechnung. Wer sie überspringt, plant ins Blaue und merkt es erst, wenn die Anlage im Boden liegt.
Schritt 1: Die zwei Zahlen am Hausanschluss
Alles hängt daran, was Ihre Leitung liefert. Zwei Werte brauchen Sie, beide sind in zehn Minuten gemessen.
Ruhedruck
Der Ruhedruck sagt, ob die Düsen ihre Nennwurfweite überhaupt erreichen. Schrauben Sie ein Manometer auf den Außenhahn, öffnen Sie ihn vollständig und lesen Sie ab, während im Haus kein Wasser läuft. Übliche Werte im Hausgarten liegen zwischen drei und fünf bar. Unter zweieinhalb bar wird die Auswahl eng, dann kommen eher Sprühköpfe als Getrieberegner infrage.
Durchfluss
Der Durchfluss begrenzt, wie viele Regner gleichzeitig laufen dürfen. Halten Sie einen Eimer mit bekanntem Volumen unter den voll geöffneten Hahn und stoppen die Zeit. Zehn Liter in dreißig Sekunden sind zwanzig Liter pro Minute. Messen Sie zweimal und rechnen mit dem kleineren Wert.
Wichtig: Messen Sie am Hahn, der später die Anlage versorgt. Ein Anschluss im Keller direkt hinter der Wasseruhr liefert oft deutlich mehr als der Hahn hinten am Gartenhaus, weil auf dem Weg dorthin Druck verloren geht.
Schritt 2: Die Fläche aufteilen
Zeichnen Sie den Garten maßstäblich auf Papier oder Millimeterpapier. Tragen Sie ein, was bewässert werden soll und was nicht: Rasen, Beete, Hecke, Terrasse, Wege. Diese Trennung ist die Grundlage der Zonen, denn jeder Bereich braucht eine andere Technik und andere Laufzeiten.
Setzen Sie die Regner zuerst in die Ecken und an die Kanten, nicht in die Mitte. Ein Regner muss den nächsten erreichen, seine Wurfkreise müssen sich also überlappen. Wer die Kreise nur aneinanderlegt, bekommt zwischen ihnen trockene Zwickel, weil jeder Regner am Rand seines Kreises am wenigsten Wasser abgibt.
Schritt 3: Zonen rechnen
Jeder Regner verbraucht eine feste Menge pro Stunde, die im Datenblatt steht. Addieren Sie die Verbräuche aller Regner, die gleichzeitig laufen sollen. Die Summe muss unter Ihrem gemessenen Durchfluss bleiben, mit etwas Reserve. Passt es nicht, teilen Sie auf zwei Zonen, die nacheinander laufen.
| Regel | Warum |
|---|---|
| Nie Sprühköpfe und Getrieberegner in einer Zone | Beide bringen unterschiedlich viel Wasser pro Stunde aus. Gemischt wird die eine Hälfte überversorgt, die andere bleibt trocken. |
| Sonnige und schattige Flächen trennen | Der Schattenbereich braucht deutlich weniger, sonst steht dort das Wasser. |
| Rasen und Beete trennen | Rasen wird flächig beregnet, Beete über Tropfleitungen. Völlig andere Laufzeiten. |
| Sandigen und lehmigen Boden trennen | Sand nimmt schnell auf und trocknet schnell, Lehm braucht langsame Gaben. |
| Reserve einplanen | Ein Ventil und ein Zonenausgang mehr kosten wenig und ersparen später den Umbau. |
Schritt 4: Material ableiten
Jetzt steht die Stückliste fest. Pro Zone ein Magnetventil, alle Ventile gemeinsam in eine Ventilbox, damit Sie später nicht graben müssen. Ein Steuergerät für alle Zonen. Die Hauptleitung vom Hausanschluss zur Box in PE100, weil dort dauerhaft Druck steht. Hinter den Ventilen genügt PE80, für kurze Abzweige zum einzelnen Regner PE40.
Dazu die Fittinge: an jedem Regner ein T-Stück, an jeder Ecke ein Winkel, plus Reserve an Druckringen und Stopfen. Ein zweiter Weg in den Graben kostet mehr als ein paar Ersatzteile.
Wenn Ihnen das zu viel Rechnerei ist: Geben Sie Fläche, Druck und Durchfluss in die kostenlose Planung. Sie bekommen die Zonenaufteilung und die Stückliste mit Einzelpreisen zurück. Weiter geht es dann mit der Auswahl der Regner.