Start Bewässerung planen Profi-Planung · 125 € Für Profis
Zum Hunter-Sortiment

Ratgeber / Winterfest machen

Bewässerungsanlage winterfest machen

Wasser, das im Rohr gefriert, dehnt sich aus und sprengt Fittinge und Ventilgehäuse. Die halbe Stunde im Oktober ist die günstigste Versicherung der ganzen Anlage.

Wann?

Vor dem ersten Frost, in Deutschland üblicherweise im Oktober. Verlassen Sie sich nicht auf die letzte milde Woche: Ein einzelner Frosteinbruch reicht, und die Anlage steht bis zum Frühjahr voll Wasser.

Weg 1: Entleeren über den tiefsten Punkt

Wenn die Anlage mit Gefälle verlegt ist und Entleerungsventile am tiefsten Punkt hat, ist das die einfachste Lösung. Hauptabsperrung zu, Entleerungsventile öffnen, Wasser ablaufen lassen. Öffnen Sie zusätzlich einen Regner oder ein Ventil am hohen Ende, damit Luft nachströmen kann, sonst bleibt Wasser im Rohr stehen.

Weg 2: Ausblasen mit Druckluft

Bei Anlagen ohne Gefälle bläst ein Kompressor über ein Druckluft-Set die Leitungen frei. Zone für Zone, jede so lange, bis nur noch Luft aus den Regnern kommt. Wichtig: mit niedrigem Druck arbeiten, in der Regel unter drei bar. Zu viel Druck zerstört Dichtungen und Düsen schneller als Frost.

Wer sich beim Ausblasen unsicher ist, lässt es machen. Ein zu hoch eingestellter Kompressor richtet an Sprühköpfen und Getriebeeinheiten mehr Schaden an als eine nicht ganz leere Leitung.

Die Checkliste

Bauteil Was zu tun ist
Hauptabsperrung schließen, damit kein Wasser nachläuft
Leitungen entleeren oder ausblasen, Luft nachströmen lassen
Regner bleiben im Boden. Ohne Druck ziehen die Federn sie von allein ein
Magnetventile bleiben in der Box. Einmal manuell öffnen, damit Restwasser abläuft
Steuergerät auf Aus stellen. Bei Außenmontage abnehmen und trocken lagern
Regensensor bleibt hängen. Ein Frostwächter hält die Anlage im Frühjahr bei Nachtfrost aus
Tropfleitungen Endkappen öffnen und ablaufen lassen, sie liegen flach und halten Wasser
Filter Einsatz herausnehmen, reinigen, trocken einlagern
Wasser-Timer am Hahn abschrauben, Batterien entnehmen, frostfrei lagern

Im Frühjahr wieder anfahren

Öffnen Sie die Hauptabsperrung langsam. Ein schneller Druckstoß auf leere Leitungen kann Fittinge lösen. Lassen Sie danach jede Zone einmal von Hand laufen und gehen Sie die Fläche ab: Fehlt an einem Regner der Strahl, sitzt meist eine Düse voll Erde. Sektoren prüfen, weil Frost und Rasenpflege sie verdrehen können.

Das ist auch der richtige Zeitpunkt, die Laufzeiten neu zu setzen. Im Frühjahr braucht der Rasen deutlich weniger als im Hochsommer. Wer das nicht jedes Mal von Hand machen will, nimmt Solar-Sync, das die Laufzeiten über das Jahr selbst anpasst, oder ein Hydrawise-Steuergerät mit Wettervorhersage.

Ersatzteile für Frostschäden finden Sie nach Serie sortiert, etwa Dichtungen und Steigrohrbaugruppen unter G-Serie oder I-Serie. Wenn Sie nicht wissen, welches Teil passt, schicken Sie ein Foto über Kontakt.

Was passiert, wenn Wasser in der Anlage gefriert

Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. In einem geschlossenen Bauteil erzeugt das Kräfte, denen weder Kunststoff noch Messing standhalten. Die Schäden zeigen sich fast nie im Winter, sondern beim ersten Aufdrehen im Frühjahr, und sie liegen meist an den Stellen, an denen Wasser stehen bleibt statt abzulaufen.

Bauteil Typischer Frostschaden
Magnetventil gerissenes Gehäuse oder zerstörte Membran, Zone schließt nicht mehr
Regnergehäuse gerissenes Steigrohr, Gerät fährt aus und dichtet nicht ab
Rohrverbindung aufgedrückte Klemmverbindung am tiefsten Punkt
Pumpe gerissenes Pumpengehäuse, der teuerste Einzelschaden
Filter und Druckminderer gesprungene Gehäuse, oft unbemerkt bis zum ersten Druckaufbau

Ventile, Ventilbox und Pumpe

Die Magnetventile sind neben der Pumpe das gefährdetste Bauteil, weil in ihrem Gehäuse konstruktionsbedingt Wasser steht. Nach dem Entleeren der Stränge sollten die Ventile deshalb einzeln von Hand geöffnet werden, damit auch der Rest ablaufen kann. Die Ventilbox selbst braucht keinen Schutz, sie muss nur zugänglich bleiben.

Steht eine Pumpe in der Anlage, ist sie der Punkt, an dem der größte Einzelschaden entsteht. Sie wird vollständig entleert und, wo möglich, frostfrei eingelagert. Ein Trockenlaufschutz hilft im Frühjahr, ersetzt aber die Entleerung im Herbst nicht.

Steuergerät und Sensoren

Das Steuergerät muss nicht abgebaut werden. Nehmen Sie es vom Netz oder stellen Sie das Programm auf Aus, damit im Februar bei plötzlicher Wärme keine Zone anläuft, während die Anlage leer ist. Ein Gerät, das im Winter durchläuft und schaltet, kann bei noch geschlossenem Hauptventil nichts anrichten, ein Gerät bei geöffnetem Hauptventil sehr wohl.

Batteriebetriebene Steuerungen wie das Node sitzen im Ventilkasten und bleiben dort. Der Batteriewechsel gehört in die Frühjahrswartung, nicht in den Herbst. Regensensoren bleiben ebenfalls montiert, sie sind für Außenbedingungen gebaut.

Tropfbewässerung überwintern

Tropfleitungen laufen nicht von allein leer, weil ihre Auslässe zu klein sind, um Luft nachzuziehen. Öffnen Sie deshalb das Ende der Tropfleitung und lassen Sie das Wasser ablaufen, bevor Sie den Strang verschließen. Filter und Druckminderer am Zonenanfang werden abgeschraubt, entleert und trocken gelagert. Beide sind kleine Bauteile mit geschlossenen Kammern und gehören zu den häufigsten Frostschäden überhaupt.

Was Sie nicht tun müssen

Um zwei verbreitete Missverständnisse aufzuräumen: Die Regner bleiben im Boden. Ihr Gehäuse ist dafür gebaut, ein Ausbau bringt nichts und beschädigt beim Wiedereinsetzen eher die Anschlüsse. Und die Rohre müssen nicht frostfrei tief liegen. Eine entleerte Leitung friert nicht kaputt, deshalb genügen die üblichen 25 bis 40 Zentimeter aus dem Ratgeber Rohre verlegen.

Der einzige Termin, der wirklich zählt: vor dem ersten dauerhaften Frost. Ein einzelner Nachtfrost bei minus zwei Grad richtet in einer gefüllten Anlage noch keinen Schaden an, eine Woche Dauerfrost sehr wohl. Wer im Oktober entleert, ist auf der sicheren Seite, wer auf den ersten Schnee wartet, hat schon verloren.

Wenn im Frühjahr doch etwas defekt ist

Frostschäden sind fast immer Schäden an Verschleiß- und Kleinteilen, nicht am ganzen Gerät. Gerissene Membranen, defekte Spulen, undichte Steigrohrdichtungen und gesprungene Siebe sind Ersatzteile, die im eingebauten Zustand getauscht werden. Der Einstieg dazu ist die Seite Ersatzteile, weitere Antworten stehen in den häufigen Fragen.