Ihre Beregnung planen. In acht Schritten zur fertigen Anlage.
Eine automatische Beregnung ist kein Zufallsprodukt, sondern eine Rechenaufgabe. Wie viel Wasser steht zur Verfügung, welche Regner passen zur Fläche, wie viele Zonen brauchen Sie? Dieser Leitfaden führt Sie in acht Schritten durch die komplette Planung.
Schritt 01
Grundstück aufnehmen und in Bereiche teilen
Am Anfang steht kein Produkt, sondern ein Plan. Ohne maßstabsgerechte Zeichnung lässt sich weder der Wasserbedarf noch die Regnerzahl seriös bestimmen.
- Grundstück vor Ort skizzieren. Alle Abmessungen notieren, Wege, Terrassen, Einfahrten und Zäune eintragen. Bäume, Sträucher und Rasenflächen gehören ebenfalls auf die Skizze.
- Maßstabsgerecht übertragen. Auf Millimeterpapier zeichnen, üblich sind 1:100 oder 1:200. Den Maßstab direkt auf dem Plan vermerken.
- In Bereiche einteilen. Vorgarten, Hinterhof, Seitenhof sowie Rasen-, Strauch- und Schattenflächen trennen und mit A, B, C kennzeichnen.
Warum die Einteilung zählt: Eine sonnige Rasenfläche braucht deutlich mehr Wasser als ein schattiges Staudenbeet. Wer beides an dasselbe Ventil hängt, bewässert zwangsläufig eine der beiden Flächen falsch.

Schritt 02
Verfügbare Anschlussleistung ermitteln
Die Anschlussleistung ist die wichtigste Zahl der ganzen Planung. Sie sagt, wie viel Wasser pro Minute zur Verfügung steht, und begrenzt damit, wie viele Regner gleichzeitig laufen dürfen. Dafür brauchen Sie drei Werte.
Rohrgröße aus dem Umfang bestimmen
| Ca. Schnurlänge | 7 cm | 8,25 cm | 9 cm | 10,5 cm | 11 cm | 13,5 cm |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kupferrohr | 20 mm | 25 mm | 32 mm | |||
| Verzinktes Rohr | 20 mm | 25 mm | 32 mm | |||
| PVC-Rohr | 20 mm | 25 mm | 32 mm |
Anschlussleistung ablesen
Alle Werte in Litern pro MinuteSuchen Sie die Zeile aus Wasserzähler und Versorgungsleitung, gehen Sie in die Spalte Ihres statischen Drucks und lesen Sie den maximalen Durchfluss ab. Die unterste Zeile nennt den zugehörigen Fließdruck, den Sie für die Regnerauswahl brauchen.
| Wasserzähler | Versorgungsleitung | 2,0 bar | 2,8 bar | 3,5 bar | 4,0 bar | 4,8 bar | 5,5 bar |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 15 mm | 13 mm | 7,6 | 15 | 19 | 23 | 26 | 26 |
| 20 mm | 15 | 23 | 30 | 30 | 38 | 45 | |
| 25 mm | 15 | 26 | 30 | 38 | 49 | 57 | |
| 20 mm | 20 mm | 15 | 23 | 30 | 34 | 38 | 45 |
| 25 mm | 19 | 26 | 38 | 53 | 64 | 76 | |
| 32 mm | 19 | 45 | 64 | 76 | 83 | 83 | |
| 25 mm | 20 mm | 15 | 26 | 30 | 34 | 45 | 45 |
| 25 mm | 19 | 30 | 53 | 68 | 76 | 76 | |
| 32 mm | 19 | 53 | 91 | 98 | 114 | 130 | |
| Zugehöriger Fließdruck | 1,7 bar | 2,0 bar | 2,4 bar | 3,0 bar | 3,5 bar | 3,8 bar | |
Beispiel: Wasserzähler 15 mm, Versorgungsleitung 25 mm, statischer Druck 4,8 bar ergeben 49 l/min bei 3,5 bar Fließdruck. Die Tabelle rechnet mit 30 m dickwandigem PVC-Rohr. Bei Kupferrohr ziehen Sie 7,6 l/min ab, bei neuen verzinkten Rohren 19 l/min.
Diese Maximalwerte nicht überschreiten. Wer mehr Wasser abruft, als der Anschluss hergibt, bekommt eine ineffiziente Bewässerung und riskiert Wasserschlag, der die Anlage beschädigen kann.
Schritt 03
Die passenden Regner auswählen
Für Grünflächen unterscheidet man drei Regnerarten. Entscheidend ist die Flächengröße. Große Flächen brauchen Reichweite, kleine Flächen ein sauber begrenztes Sprühbild.
Eiserne Regel: Getrieberegner und Sprühdüsen mit festem Sektor gehören niemals in dieselbe Zone. Sie bringen unterschiedlich viel Wasser pro Stunde aus, und keine Laufzeit der Welt gleicht das wieder aus.


Schritt 04
Regner positionieren nach dem Kopf-zu-Kopf-Prinzip
Regner werden so gesetzt, dass der Strahl des einen bis zum nächsten reicht. Diese Überlappung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für eine gleichmäßige Verteilung. Ohne sie entstehen trockene Ringe zwischen den Regnern.



- Großflächenregner: 8 bis 12 m Abstand zueinander.
- Kleinflächenregner: 3 bis 5 m Abstand zueinander.
- Ein Regnertyp pro Bereich. Innerhalb einer Fläche keine unterschiedlichen Bauarten mischen.
- Runde Flächen gedanklich in gerade Abschnitte zerlegen. Dort bewähren sich Düsen mit verstellbarem Sektor.
Schritt 05
Regner in Zonen aufteilen
Kaum ein Hausanschluss liefert genug Wasser, um den ganzen Garten auf einmal zu beregnen. Deshalb läuft die Anlage nacheinander in Zonen. Wie viele Zonen ein Bereich braucht, ist eine einfache Division.
- Durchfluss jedes Regners aus der Leistungstabelle des Herstellers notieren, passend zu Ihrem Fließdruck.
- Werte je Bereich addieren und durch die verfügbare Anschlussleistung teilen.
- Immer aufrunden. Aus rechnerisch 1,2 Zonen werden 2 Zonen. So bleibt der Anschluss unbelastet.
Rechenbeispiel: Bereich C benötigt 69 l/min, verfügbar sind 49 l/min. 69 ÷ 49 ergibt 1,4 und damit aufgerundet 2 Zonen. Ein Bereich mit 32 l/min kommt mit einer Zone aus.

Schritt 06
Ventile setzen und Rohre dimensionieren
Jede Zone bekommt ihr eigenes Magnetventil. Mehrere Ventile fasst man zu einem Verteiler zusammen, der gut zugänglich in einem Ventilkasten sitzt.

Maximale Durchflussraten für Regnerleitungen
| Rohrgröße | PVC dickwandig | PVC dünnwandig | Polyethylen (PE) |
|---|---|---|---|
| 20 mm | 34 l/min | 38 l/min | 30 l/min |
| 25 mm | 57 l/min | 60 l/min | 50 l/min |
| 32 mm | 91 l/min | 99 l/min | 83 l/min |


- Beim Regner beginnen, der am weitesten vom Ventil entfernt liegt. Das letzte Stück ist 20 mm stark.
- Kopf für Kopf die Durchflüsse addieren und die nächste Rohrgröße wählen, sobald der Tabellenwert überschritten wird.
- Die Hauptleitung wird eine Nummer größer dimensioniert als die stärkste Nebenleitung.
- Zwischen den Ventilen im Verteiler mindestens 15 cm Abstand für die Wartung lassen.
Schritt 07
Anschlusspunkt an die Wasserversorgung
Der Anschlusspunkt, kurz POC, verbindet Ihre Beregnungsanlage mit der Hauswasserleitung. Er liegt zwischen Wasserzähler und möglichen Druckreglern. Wie er ausgeführt wird, hängt vom Klima ab.


Trinkwasserschutz ist Pflicht. In aller Regel ist ein Rückflussverhinderer vorgeschrieben, damit kein Wasser aus der Anlage ins Trinkwassernetz zurückfließt. Der Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz darf nur durch einen zugelassenen Fachbetrieb erfolgen. Klären Sie vorab, ob in Ihrer Gemeinde eine Genehmigung nötig ist und wo Leitungen im Boden liegen.
Alles im Zusammenspiel
So sieht die fertige Anlage aus
Steuergerät und Regensensor am Haus, Hauptleitung zum Ventilverteiler, von dort die Nebenleitungen zu Regnern und Tropfbewässerung.


Offizieller Hunter-Fachhändlerzertifiziert
12.000+geplante Gärten
Sie müssen nicht alles selbst rechnen
Diese Rechnung übernehmen wir für Sie.
Druck messen, Durchfluss addieren, Zonen aufteilen: Das alles können Sie mit diesem Leitfaden selbst machen. Sie müssen aber nicht. Schicken Sie uns Ihre Flächen, und unsere Beregnungs-Planer legen die Anlage komplett aus, inklusive Stückliste.
- Auslegung nach Ihren Werten. Wir rechnen Druck, Durchfluss und Sektoren für Ihren Garten durch.
- Fertige Stückliste. Sie erhalten die passende Materialliste und müssen nichts zusammensuchen.
- Betreuung nach dem Kauf. Bei Einbau und Einstellung lassen wir Sie nicht allein.
Schritt 08
Die Anlage installieren
Steht der Plan, folgt die Umsetzung. Arbeiten Sie Zone für Zone und halten Sie die Reihenfolge ein, dann bleibt die Baustelle überschaubar.
- Anschlusspunkt herstellen. Wasser abstellen, Versorgungsleitung freilegen, T-Stück und Absperrventil setzen, Ventilkasten montieren.
- Leitungen markieren und graben. Hauptleitung 25 bis 30 cm tief, Nebenleitungen 15 bis 20 cm. Rasensoden auf einer Plane zwischenlagern.
- Unter Wegen unterspülen. Rohr mit Schlauchadapter und Strahldüse unter Beton und Einfahrt durchspülen.
- Ventilverteiler setzen. Mindestens 15 cm Abstand zwischen den Ventilen, ein Reservestück mit Blindstopfen für spätere Erweiterungen einplanen.
- Vor dem letzten Regner spülen. Jede Zone am Ventil öffnen und den Strang freispülen, erst danach den Endregner montieren.
- Verfüllen und verdichten. Keine Steine direkt ans Rohr, lagenweise verfüllen, Platz für die Grassode lassen.
- Steuergerät anschließen. Ein Anschlussdraht pro Ventil plus ein gemeinsamer Rückleiter, alle Verbindungen in wasserdichte Verbinder.
- Sensoren montieren. Regensensoren frei dem Regen aussetzen, nicht unter Bäume oder in den Sprühbereich der Regner.
Auf Erweiterung auslegen: Legen Sie pro Ventilverteiler mindestens zwei zusätzliche Adern mit. Später nachzurüsten bedeutet erneut aufgraben.



Nach dem Bau
Wie oft und wie lange bewässern?
Die Wassermenge richtet sich nach Pflanzenart, Bodentyp und Klima. Frisch verlegter Rasen braucht gleichmäßige Feuchte, eingewachsene Pflanzen eine tiefere und seltenere Gabe.
- Immer nur ein Ventil gleichzeitig betreiben.
- Früh am Morgen bewässern. Dann ist es am windstillsten und die Verdunstung am geringsten. Bleibt der Rasen über Nacht nass, steigt das Krankheitsrisiko.
- Rasen braucht in den heißesten Monaten etwa 40 bis 50 mm Wasser pro Woche.
- Regelmäßig manuell prüfen, ob alle Regner sauber ausfahren und nichts verstopft ist.
Laufzeiten für 7 Tage
| Menge pro Woche | Sprühregner | PGJ | PGP | I-20 |
|---|---|---|---|---|
| 25 mm | 40 min. | 130 min. | 150 min. | 150 min. |
| 50 mm | 80 min. | 260 min. | 300 min. | 300 min. |
Richtwerte, verteilt auf die Woche. Kühle, feuchte Regionen kommen mit etwa 25 mm Niederschlag pro Woche aus, heiße und trockene Regionen brauchen rund 50 mm.
Boden richtig einstellen
| Bodentyp | Einstellung am Steuergerät |
|---|---|
| Tonboden nimmt Wasser langsam auf | Kürzere Betriebszeiten, dafür mehr Startzyklen pro Tag. Bewässerungstage pro Woche reduzieren. |
| Lehmboden durchschnittliche Aufnahme | Längere Betriebszeiten und weniger Startzyklen pro Woche. |
| Sandboden nimmt Wasser schnell auf | Längere Laufzeiten, weniger Zyklen pro Tag, dafür mehr Bewässerungstage pro Woche. |

Frostregionen: Vor dem ersten Frost das Steuergerät abschalten, das Hauptsperrventil schließen und das Restwasser aus dem System entfernen. Wer mit dem Ausblasen per Druckluft nicht vertraut ist, überlässt das besser einem Fachbetrieb.
Einkaufsliste
Was auf die Materialliste gehört
Gehen Sie den Plan mit Buntstift durch und haken Sie jedes Bauteil ab, während Sie es zählen. So fehlt auf der Baustelle nichts. Zwei Posten werden dabei regelmäßig vergessen: ein Regensensor, der die Anlage bei Niederschlag aussetzen lässt, und bei Brunnen oder Zisterne eine passende Pumpe, die Menge und Druck für den größten Kreis liefert.
Anschlusspunkt
Klemmring-T-Stück aus Messing, Absperrschieber oder Kugelhahn, Ventilkasten, Rückflussverhinderer nach örtlicher Vorschrift.
Rohre und Fittinge
Rohrlängen mit Zuschlag für Verschnitt, dazu T-Stücke, Winkel, Übergangsstücke, Reduzierungen und Kupplungen je Größe.
Rohre ansehen Fittinge ansehenVentile und Zubehör
Ein Magnetventil je Zone, Ventilkästen, Druckregler und wasserdichte Kabelverbinder.
Ventile ansehenSteuergerät und Sensoren
Steuergerät mit ausreichend Stationen, mehradriges Erdkabel in passender Länge, Regen- oder Bodenfeuchtesensor.
Steuergeräte ansehenRegner und Düsen
Versenkregner für den Rasen, Standrohre für Strauchflächen, passende Düsen sowie vormontierte Drehgelenkanschlüsse.
Regner ansehenWerkzeug
Spaten, Maßband, Rohrschneider, Rohrzangen, Sprühfarbe, Beregnungsflaggen, Teflonband sowie Kleber und Grundierung bei PVC.
Werkzeug ansehenNachschlagen
Die wichtigsten Begriffe
Anschlusspunkt (POC)
Verbindungspunkt zur Regnerhauptleitung. Hier sitzt üblicherweise ein manuelles Absperrventil, um die Anlage bei Rohrbruch oder Wartung abzustellen.
Kopf-zu-Kopf-Beregnung
Regner werden so platziert, dass ihr Sprühbereich bis zum nächsten Regner reicht. Nur so entsteht eine vollständige Abdeckung ohne Trockenstellen.
Niederschlagsrate
Angegeben in mm pro Stunde. Sie beschreibt, wie schnell Wasser ausgebracht wird. Innerhalb einer Zone müssen alle Regner dieselbe Rate haben.
Statischer und dynamischer Druck
Statisch ist der Druck im ruhenden System. Dynamisch, auch Fließdruck, ist der Druck, während Wasser durch die Rohre strömt.
Reibungsverlust
Wasser, das durch Zähler, Rohre, Ventile und Fittinge fließt, erzeugt Widerstand. Je höher die Fließgeschwindigkeit, desto größer der Verlust an nutzbarem Druck.
Rückflussverhinderer
Bauteil zwischen Anschlusspunkt und Steuerventilen. Es verhindert, dass verunreinigtes Wasser zurück ins Trinkwassernetz gelangt.
Wasserschlag
Druckanstieg beim abrupten Schließen eines Ventils. Er kann Rohre zum Vibrieren bringen und bei zu klein ausgelegten Leitungen Schäden verursachen.
Steuerventil und Verteiler
Magnetventile werden vom Steuergerät mit Niederspannung geschaltet. Mehrere gemeinsam platzierte Ventile bilden einen Verteiler.
Zum Mitnehmen
Das komplette Handbuch als PDF
Alle Tabellen, Materiallisten und Abbildungen im Original, zum Ausdrucken und Mitnehmen auf die Baustelle. 32 Seiten, herausgegeben von Hunter Industries.